Rolle, Aufgabe, Regeln, Format: die vier Fragenblöcke für jeden Prompt

Ein Prompt ist die Einarbeitungsanweisung für einen fachlich fähigen, aber hausfremden Kollegen — vier Fragenblöcke, Rolle, Aufgabe, Regeln und Ausgabeformat, helfen dabei, nichts zu vergessen.
Die wichtigste Gegenprobe gilt den Regeln: Steht eine Regel schon in der Arbeitsanweisung im Kontext-Ordner, gehört sie nicht zusätzlich in den Prompt. Zwei Fassungen derselben Regel an zwei Orten bedeuten, dass der Schritt nach der ersten Aktualisierung mit zwei Wahrheiten arbeitet. Drei Grundsätze entscheiden über die Verlässlichkeit dessen, was im Prompt bleibt: die Herkunftsregel — Aussagen ausschließlich aus dem Kontext, nichts aus dem Gedächtnis, jede mit Fundstelle; die Unsicherheitsregel — offene Punkte ausweisen statt raten; und die Vollständigkeitsregel — jeder Prüflistenpunkt wird ausdrücklich beantwortet, notfalls mit „nicht einschlägig” samt Begründung.
Beim Ausgabeformat gilt eine ähnliche Trennschärfe: Verlangt ein Schritt eine Abwägung und eine feste Ausgabe, werden beide getrennt — erst die Begründung in Prosa, dann die strukturierten Felder, denn strenge Formatvorgaben können die Schlussfolgerungsleistung mindern.
Die konkrete Maßnahme: Sie müssen den Prompt nicht allein schreiben. Beschreiben Sie der KI grob, was der Schritt leisten soll, geben Sie den Kontext-Ordner mit und bitten Sie um eine Arbeitsanweisung nach den vier Bestandteilen — mit der Zusatzregel, bei Unklarheiten nachzufragen statt anzunehmen. Der eigentliche Ertrag sind dann die Rückfragen, nicht die Formulierungen: Sie treffen genau die Stellen, an denen die eigene Prozessdokumentation etwas offenlässt. Verantwortet wird die fertige Anweisung trotzdem vom Fachbereich.
→ Mehr zum Buch und zu „Leitfragen für die Prompt-Entwicklung”
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