Daten als Rohstoff: Wie aus einem Verlustbringer ein Profitcenter wurde

Datengetriebene Führung ist kein Big-Data-Projekt, sondern systematisches Fragenstellen – und KI beschleunigt genau diesen Prozess drastisch. Eine App, die jährlich Verluste einfuhr, wurde bei TechServ mit vier gezielten Daten-Initiativen zum Profitcenter.
Wie schnell KI dabei Antworten liefert, die klassisch Monate gebraucht hätten, zeigt die Service-Analyse: Ein KI-Modell klassifizierte 30.000 Freitext-Einträge aus Support-Calls in zwei Tagen statt in geschätzt drei Monaten manueller Arbeit – mit rund 85 Prozent Genauigkeit. Ergebnis: 75 Prozent der Service-Kosten entstanden durch vermeidbare oder automatisierbare Anrufe. Nach sechs Monaten sanken die Service-Kosten von 240.000 auf 86.000 Euro. Zusammen mit drei weiteren Initiativen – Kostentransparenz, Feature-Nutzung, Kundenbedürfnisse – drehte sich das Jahresergebnis der App von 183.000 Euro Verlust auf 278.000 Euro Gewinn, bei einer Gesamtinvestition von rund 95.000 Euro über 18 Monate.
Dieser Erfolg ist aber kein Automatismus – er hängt an der Qualität der zugrundeliegenden Daten. Gartner prognostizierte, dass Organisationen bis 2026 rund 60 Prozent der KI-Projekte aufgeben werden, die nicht auf KI-taugliche Daten gestützt sind (Gartner 2026) – und 63 Prozent der Organisationen haben nach eigener Einschätzung keine geeigneten Datenmanagement-Praktiken für KI, oder wissen es schlicht nicht. Ohne Daten keine Diagnose, ohne Diagnose keine Therapie: TechServs erster Schritt war deshalb keine KI-Anwendung, sondern eine schlichte, saubere Kostenträgerrechnung.
→ Mehr zum Buch und zum Kapitel „Hebel 3: Daten als Rohstoff”
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