Rund 46.400 Zeilen Code in vier Wochen – und die eine menschliche Entscheidung

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Kann ein IT-Manager ohne aktuelle Programmierpraxis mit KI-Coding-Tools in vier Wochen ein produktionsreifes System bauen? Der Selbstversuch beantwortet das mit Ja – aber der entscheidende Moment in Woche 3 war eine menschliche, keine maschinelle Entscheidung.

Die reine Produktivität ist beeindruckend: rund 46.400 Zeilen Code, 975 automatisierte Tests, 18 aktive Entwicklungstage – macht rund 2.580 Zeilen pro Tag, gegenüber dem Referenzband von 10 bis 50 Zeilen aus der Literatur (Brooks, Jones, McConnell) ein Faktor von 50 bis 100. Drei Monate später, bei fast verdreifachtem Codeumfang, stieg die Testabdeckung von 48 auf 84 Prozent und die Code-Duplikation sank um Faktor neun – die Qualität verbesserte sich, statt einzubrechen.

Der kritische Moment war aber keine Geschwindigkeits-, sondern eine Architekturfrage: In Woche 3 hätte die KI klaglos weiter Features auf eine nicht mehr skalierende Datenbankstruktur gebaut – niemand außer dem Menschen konnte sagen „Halt, wir müssen umbauen”. Und der Faktor 50 bis 100 gilt nur für Greenfield und einen einzelnen Entwickler: Im Bestand, mit Team, Altsystemen und Freigabeprozessen, liegt der belastbare Aufwandsfaktor über den gesamten Lebenszyklus bei nur 2 bis 3. Auch blieben typische technische Schulden – knapp 48 Prozent Testabdeckung zum Projektende, keine CI/CD-Pipeline –, die eine Übergabe an andere erst noch auf die Probe stellen müsste.

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