Buchcover: Roman schreiben mit System

Roman schreiben mit System

Vom erzählerischen Handwerk zur KI-gestützten Schreib-Pipeline

Dieses Buch erschließt das Handwerk des Romanschreibens systematisch – von der Idee über Plot, Figuren, Welt und Szene bis zur Überarbeitung – und überführt es in eine KI-gestützte Schreib-Pipeline aus klar umrissenen Bausteinen. Ein durchgehendes Beispielprojekt zeigt jeden Schritt konkret. Die Leitthese: Gutes Erzählen folgt erlernbaren Prinzipien, und Urteil, Stimme und Verantwortung bleiben beim Menschen.

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Inhalt

  1. Was ist eine Geschichte?Leser:innen lernen, drei Ebenen zu unterscheiden: Geschichte (das Was, chronologische Ereignisse), Diskurs (das Wie der Vermittlung) und Plot, der erst durch kausalen Zusammenhang und eine Figur mit Wollen und Widerstand entsteht.
  2. Idee, Prämisse und FormLeser:innen lernen, wie aus einer bloßen Idee eine tragfähige Prämisse wird: der eine Satz zum Kernkonflikt. Das Kapitel ordnet verwandte Begriffe wie Logline und dramatische Frage und klärt das Verhältnis von Idee, Form und Umfang.
  3. Plotstruktur: Akte und WendepunkteLeser:innen lernen die Plotstruktur als bewusste Anordnung von Ereignissen kennen: den Drei-Akt-Aufbau mit zwei Wendepunkten, Freytags fünfteilige Pyramide und Beat-Modelle. Struktur dient der Spannungssteuerung, wobei Prozentwerte nur Richtwerte sind, kein Korsett.
  4. Plotmuster und ArchetypenLeser:innen lernen, dass Plotmuster die Art der Geschichte bestimmen. Vorgestellt werden Bookers sieben Grundplots, Tobias' zwanzig Master Plots, Poltis sechsunddreißig Situationen sowie Propps strukturalistischer Ansatz der Handlungsfunktionen als Werkzeugkästen, nicht Schablonen.
  5. Plotmuster im KatalogLeser:innen lernen, ein Inhaltsmuster (was geschieht) von einem Strukturmodell (in welcher Reihenfolge) zu trennen und je eines zu wählen. Der Katalog integriert Bookers sieben Grundplots und Tobias' Master Plots als praktisches Auswahlraster.
  6. Figuren entwickelnLeser:innen lernen, wie Figuren handeln statt zu funktionieren: über Egris drei Dimensionen, die Unterscheidung von Wunsch und Bedürfnis, den daraus entstehenden Wandlungsbogen sowie Figurenprofile und Entwicklung über mehrere Bände einer Reihe.
  7. Welt und Setting bauenLeser:innen lernen, dass Setting kein dekoratives Beiwerk ist, sondern ein Bedeutungsraum, der Atmosphäre, Regeln und Thema prägt und Konflikte verschärft. Zudem erfahren sie, wie sie Weltregeln konsistent halten und in einer Welt-Bibel bündeln.
  8. Erzählperspektive und StimmeLeser:innen lernen, dass die Erzählperspektive das ganze Buch prägt: Stanzels drei Erzählsituationen (auktorial, personal, Ich) sowie Genettes Unterscheidung zwischen Wahrnehmung (Fokalisierung: null, intern, extern) und erzählender Stimme strukturieren das Wie des Erzählens.
  9. Szenen planen und schreibenLeser:innen lernen, dass die Szene die kleinste Erzähleinheit ist und stets eine Wertveränderung braucht – sonst gehört sie gestrichen. Vorgestellt wird zudem Swains Modell von Scene (Goal–Conflict–Disaster) und Sequel (Reaction–Dilemma–Decision).
  10. Sprache und StilLeser:innen lernen, dass Stil Bedeutung ist und auf Wort- und Satzebene wirkt: starke Verben und konkrete Substantive schlagen Adjektive und Adverbien, das genaue Detail erzeugt mehr Bild, und das Register muss zur Perspektive passen.
  11. Stil und Stimme des AutorsLeser:innen erfahren, dass die Stimme eines Autors der wiedererkennbare Klang über ein ganzes Werk hinweg ist, verstanden als Trias aus Haltung, Rhythmus und Lexik, die KI-Prosa meist fehlt und sich dennoch messen lässt.
  12. Erzählmodi und InnenlebenLeser:innen lernen die Erzählmodi – Handlung, Dialog, Innensicht, Beschreibung und Zusammenfassung – und dass eine Szene lebendig wirkt, wenn sie diese mischt, statt in einem einzigen Modus zu verharren.
  13. DialogLeser:innen lernen, Dialog als verbale Handlung zu begreifen, bei der Figuren etwas erreichen wollen, statt Informationen zu liefern, und die Differenz zwischen Text und Subtext zu nutzen, um lebendige, nicht tonlose Szenen zu schreiben.
  14. Spannung und TempoLeser lernen, drei Spannungsarten zu unterscheiden – Neugier, Überraschung und Suspense, wobei letztere auf dem Wissensgefälle zwischen Leser und Figur beruht. Zudem erfahren sie, wie Tempo auf Ebene von Struktur, Szene und Satz gesteuert wird.
  15. Überarbeitung und LektoratLeser:innen lernen, dass Überarbeitung in Durchgängen von groß nach klein erfolgt: Struktur, Szene, Sprache. Zentral sind das Streichen entbehrlicher Stellen und die Konsistenzprüfung, für die die Story Bible das wichtigste Werkzeug ist.
  16. Kurzform und AnthologieLeser:innen erfahren, dass die Kurzgeschichte auf einen Konflikt und Wendepunkt konzentriert ist und kein überflüssiges Wort verträgt. Zudem lernen sie die SFWA-Nebula-Richtwerte kennen: Kurzgeschichte unter 7.500, Novelette 7.500–17.500, Novella 17.500–40.000, Roman über 40.000 Wörter.
  17. Konsistenz in der BuchreiheLeser:innen lernen, dass Serien meist ab dem dritten Band schleichend inkonsistent werden, und wie man Konsistenz auf drei Ebenen prüft: Fakten, Figurenbogen und Weltzustand, ergänzt durch die Story Bible als lebendes Dokument.
  18. Die KI-gestützte Schreib-PipelineLeser:innen lernen, wie die einzelnen Handwerks-Bausteine – von Projektrahmen über Prämisse, Struktur, Figuren, Welt-Bibel, Perspektive und Stil bis zur Lektoratsprüfung – zu einer durchgängigen Pipeline verkettet werden, in der jede Ausgabe zur nächsten Eingabe wird und die Story Bible als gemeinsames Gedächtnis dient.
  19. Werkzeuge, Recht, Kennzeichnung und EthikLeser:innen lernen, dass spezialisierte Software wie Sudowrite, NovelCrafter, Scrivener, Plottr, Papyrus Autor und yWriter einzelne Pipeline-Bausteine unterstützt, aber die Methode nicht ersetzt. Zudem werden rechtlicher Rahmen, Kennzeichnung, Ethik und Kostenfragen des KI-Schreibens behandelt.

Artikel zu diesem Buch

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