Der Werkzeugkasten: leichtgewichtige Templates für die KI-gestützte Praxis

Der Werkzeugkasten am Ende dieses Buchs ist keine Tool-Liste, sondern eine Methoden-Bibliothek: direkt anwendbare Vorlagen, Prüf-Checklisten und Nachschlagewerke, gegliedert nach den fünf Säulen des Agentic Engineering — Spec-Driven Development, Design-Implementierungs-Trennung, Governance/Quality Gates, Kontextqualität und Human-in-the-Loop.
Die organisierende Idee: Alles ist bewusst leichtgewichtig gehalten, weil schwere Templates in der Praxis niemand pflegt — und ein ungepflegtes Template ist schlechter als keines. Der Klärungsfragen-Katalog etwa verschiebt die Rolle: Der Fachbereich beantwortet Fragen, statt Konzepte zu schreiben, drei bis fünf 60-Minuten-Sessions ersetzen erfahrungsgemäß klassische Konzept-Workshops. Die Traceability-Matrix entsteht nicht in einer separaten Tabelle, die niemand pflegt, sondern über IDs in Akzeptanzkriterium, Testnamen und Commit-Message — per Skript generiert, sodass ein leeres Test-Feld die Lücke sichtbar macht.
Die Einschränkung, die dazugehört: Nicht jedes Projekt braucht denselben Rigor. Der Quality-Gate-Katalog kennt drei Profile — kurzlebig, Standard und geschäftskritisch mit vollem Satz inklusive Mutation Testing, Property-based Testing, SBOM und Vulnerability-Scan. Das Profil ist eine Einstellung, kein Pipeline-Fork: Nicht benötigte Gates werden zu- oder abgeschaltet, nicht gelöscht. Wer alle Vorlagen ungeprüft auf jedes Vorhaben anwendet, erzeugt Compliance-Theater statt Wirkung — die Methode muss dem Risiko folgen, nicht umgekehrt.
Was der Werkzeugkasten bewusst nicht enthält, ist ebenso wichtig: Lizenz- und Preisvergleiche zwischen Tools veralten innerhalb von Monaten. Was er stattdessen enthält, überdauert Tools und Jahre.
→ Mehr zum Buch und zum Kapitel „Werkzeugkasten: Methoden-Bibliothek”
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